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7 Tipps für eine erfolgreiche Anzucht


Pflanzen erfolgreich anzuziehen ist kein Hexenwerk und kann von jedem erlernt werden. Dafür braucht es lediglich Geduld und das richtige Fachwissen. Viele übliche Fehler lassen sich einfach vermeiden. Mit diesen sieben Tipps und Tricks wirst Du im Handumdrehen zum Anzucht-Profi.

1. Das Saatgut

Ohne gute Samen keine guten Pflanzen – das ist einleuchtend. Aber woran erkennst Du, ob Dein Saatgut geeignet ist? Zunächst lohnt es sich, in hochwertiges Bio-Saatgut zu investieren. Im nächsten Jahr kannst Du dann die Samen Deiner eigenen Pflanzen weiterverwenden. Denn bei Bio-Saatgut kannst Du Dir sicher sein, dass keine Hybridsorten darunter sind. Hybridsamen werden aus Kreuzungen gewonnen. Dadurch kann es passieren, dass die Pflanze in zweiter Generation nicht mehr die gewünschten Eigenschaften aufweist. Achte außerdem auf das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Saatgutverpackung. Ist das Datum überschritten, keimen die Samen eventuell nicht mehr.

 💡 Bio-Saatgut

 💡 Mindesthaltbarkeitsdatum beachten

2. Die Erde

Ebenso elementar wie das Saatgut ist die Erde. Für die Aussaat solltest Du unbedingt spezielle Anzuchterde verwenden. Diese ist nährstoffarmer als herkömmliche Blumen- oder Universalerde, die oft bereits Dünger enthält. Junge Keimlinge sind zudem besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Daher muss die Anzuchterde steril sein. Nutzt Du eigene Erde, kannst Du sie bei 150 Grad im Backofen sterilisieren. Die Erde darf nicht zu trocken sein. Ist sie hell und staubig, kannst du sie vor dem Einsähen mit Wasser anreichern und auflockern, bis sie feucht und fluffig ist.

 💡 Nährstoffarme Anzuchterde 

 💡 Feucht und locker

3. Die Aussaat

Bereits in den späten Wintermonaten kannst Du im Haus mit der Aussaat Deiner Pflanzen beginnen. Achte aber darauf, nicht zu früh auszusähen. Auf der Verpackung Deines Saatguts und in Aussaatkalendern kannst du nachlesen, wann welche Pflanze eingesät werden darf. Wenn es so weit ist, kannst Du die Samen oberflächlich in den Anzuchtgefäßen verteilen. Achte darauf, nicht zu dicht zu sähen, sodass die Keimlinge sich später nicht in die Quere kommen. Und nun? 

Es gibt verschiedene Keimarten, die verschiedene Bedürfnisse haben. Lichtkeimer wachsen nicht, wenn sie von zu viel Erde bedeckt sind. Dunkelkeimer hingegen brauchen kein Licht, sondern bevorzugen eine dickere Erdschicht über sich. Die Saattiefe ist ebenfalls auf den meisten Saatgutverpackungen angegeben.

Ansonsten hilft die Faustregel: Die Erdschicht über dem Samen sollte in etwa so dünn sein, wie der Samen selbst. Sehr flache Samen bedeckst Du am besten also nur mit einer feinen Prise Erde. Darüber hinaus unterscheidet man Warm- und Kaltkeimer: Warmkeimer mögen Temperaturen zwischen 5 und 20 Grad. Kaltkeimer hingegen benötigen als Wachstumsimpuls eine Temperatur unter 5 Grad. Ist der kalte Winter bereits vorüber, kannst Du sie im Kühlschrank vorziehen. Die erforderliche Keimtemperatur findest Du auf der Verpackung Deiner Samen.

 💡 Licht- oder Dunkelkeimer?

 💡 Keimtemperatur beachten

4. Der Standort

Sind Deine Samen in der Erde, gilt es einen passenden Standort zu wählen. Dieser ist entscheidend, damit die Pflanzen keimen können, aber auch nicht zu schnell hochschießen und „vergeilen“. Dann entwickeln sie zu wenige Seitentriebe und können später verkümmern. Die Keimlinge sollen möglichst gedrungen und kräftig sein, um ertragreiche Pflanzen zu werden. Hier ist das Zusammenspiel aus Temperatur und Licht entscheidend. Orientiere dich an der Keimtemperatur Deiner Pflanzen und beobachte sie regelmäßig. Mediterrane Pflanzen mit einer hohen Keimtemperatur dürfen bei einem Heizkörper stehen, Pflanzen mit einer niedrigeren Keimtemperatur lieber nicht. Sobald Grün aus der Erde schaut, solltest Du die Pflanzen eher von der Wärmequelle wegnehmen und bei normaler Zimmertemperatur weiterlagern.

Zudem benötigen die Pflanzen (Lichtkeimer) eine Menge Licht. Ziehst Du sehr früh vor, können Pflanzenlampen Abhilfe verschaffen. In der Regel reicht das natürliche Licht auf einer Fensterbank jedoch aus. Am besten wählst Du ein Fenster zum Süden hin. Zu starke direkte Sonneneinstrahlung kann die Blätter Deiner Jungpflanzen jedoch auch verbrennen.

 💡 Ideal: Fensterbank zur Südseite

5. Beschriften

Vergiss auf keinen Fall, Deine Pflänzchen zu beschriften! Dafür eignen sich zum Beispiel alte Eisstiele oder Holzschilder. In einem Anzuchtsgefäß solltest Du keine Sorten mischen, da jede Sorte, wie oben beschrieben, ihre eigenen Bedürfnisse hat. Um eine Vielzahl an verschiedenen Sorten auf kleinem Raum anziehen zu können, haben die meisten Anzuchtsgefäße Unterteilungen. Bewahre die leeren Verpackungen deines Saatsguts am besten auf. So hast du noch alle wichtigen Informationen, wenn Du die Samen im nächsten Jahr weiterverwendest.

 💡 Beschriftung nicht vergessen

 💡 Verpackung aufbewahren

6. Richtig gießen

Neben Temperatur und Licht ist ein dritter Faktor wichtig: die Feuchtigkeit. Wie alle Pflanzen benötigen Deine Keimlinge ausreichend Wasser. Die Erde sollte stets feucht sein – aber nicht nass. Bei Staunässe können die Keimlinge faulen!

Die Keimlinge sind empfindlich und müssen vorsichtig gegossen werden. Nutze hierfür lieber keine Gießkanne, sondern eine Sprühflasche oder eine Blumenbrause. Bei zu starkem Gießen können die Samen an die Oberfläche geschwämmt werden. 

Eine Ausnahme hierbei sind Hydrokulturen, die ohne Erde dauerhaft im Wasser stehen.


Um für konstante Feuchtigkeit zu sorgen, gibt es Zimmergewächshäuser oder Deckel für Deine Anzuchtschalen. Es ist jedoch wichtig, dass die Luft noch zirkulieren kann, um Schimmelbildung zu verhindern. Lüfte Dein Zimmergewächshaus regelmäßig durch, wenn es keine Lüftungsschlitze hat. In Abdeckschalen kannst Du kleine Löcher machen, um für einen Luftaustausch zu sorgen.

 💡 Erde dauerhaft feucht halten

 💡 Staunässe vermeiden und lüften

7. Pikieren

Du hast alles beachtet und Deine Keimlinge haben sich gut entwickelt? Wenn sich neben den Keimblättern die ersten richtigen Blätter zeigen, ist es Zeit zu Pikieren. Dabei werden die einzelnen Pflanzen aus dem Aussaatgefäß herausgeholt und bekommen ihren eigenen Topf. Das Pikieren verschafft den Pflanzen mehr Platz, um ihre Wurzeln ausstrecken zu können und mehr Nährstoffe aufzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt darfst Du auch normale Erde mit Dünger verwenden.

Der Knackpunkt beim Pikieren ist, dass die Wurzeln möglichst unbeschadet bleiben müssen. Dafür gibt es spezielles Pikierwerkzeug. Du brauchst Dir aber keine Sorgen machen, wenn einige feine Wurzelhaare abreißen. Das ist kaum vermeidlich und kann der Pflanze sogar als Abhärtung dienen.


Es gibt jedoch Pflanzen, die Du von Anfang an in einzelnen Töpfen anziehen kannst und nicht pikieren musst. Dazu zählen: Tomaten, Gurken, Erbsen, Zucchini und Kürbis. Insbesondere Zucchinis und Kürbisse werden nicht gerne pikiert.

💡 Zeitpunkt: erstes Laubblattpaar

 💡 Vorsicht mit dem Wurzelballen

Und wie geht es nach der Anzucht weiter?


Nach dem Anziehen und Pikieren können Deine Pflanzen ins Freie. Hier kannst Du Dich wieder am Aussaatkalender orientieren. Wichtig ist, dass die Bodentemperatur nicht zu kalt ist und es nicht mehr friert. Du kannst die Pflanzen nochmal umtopfen oder in ein Beet aussiedeln. 

Wenn Du in deiner Stadtwohnung Gemüse anziehst, können Deine Pflanzen auch ganzjährlich im Innenraum bleiben. Für das Indoor Gardening sind alternative Anbaumethoden spannend. 


Mehr darüber erfährst Du in unserem Artikel: 

Indoor Gardening